Mittagskogel mit Blick auf den Faaker See

Für uns ist es jedes Jahr ein Muss: die Wanderung auf den 2.146 Meter hohen Mittagskogel mit großartigem Blick auf den Faaker See. Drei verschiedene Wege zum Gipfel stehen zur Auswahl. Wir haben uns dieses Mal für den „Westgrat“ entschieden.Doch dieses Mal waren wir nicht zu zweit, sondern zu viert unterwegs, wir hatten nämlich hohen Besuch aus dem Lovntol (dt. Lavanttal) von Steffi und Andi. Im vergangenen Herbst haben wir nämlich bei ihrer Hochzeit ein „Zeit-los“ gewonnen, mit dem wir eine Wandertour bei dem jungen Ehepaar einlösen konnten. Sollte die gewonnene Wandertour nicht innerhalb eines Jahres stattfinden, müssten wir die Wohnungen der Beistände putzen. Tja, das war für uns keine Option 😉 Daher – Tour ausgewählt, Datum fixiert und los ging’s.

Anreise bzw. Startpunkt:

Man fährt Richtung „Outschena„, bei der Abzweigung zum „Baumgartnerhof“ links halten, sodass man nach wenigen Minuten auf eine Schotterstraße kommt. Nach wenigen Metern erreicht man den Schranken mit davorliegenden Parkplätzen. Von hier aus geht´s dann los!

Tour auf den Mittagskogel über den „Westgrat“:

Wie erwähnt, gibt es drei Touren:

  1. Route: über die „Bertahütte“: Die erste Route ist der Normalweg und grundsätzlich als mittelschwer einzustufen. Trittsicherheit und gute Kondition sind also auch bei der vermeintlich leichtesten Tour auf den Mittagskogel notwendig.
  2. Route: über den „Westgrat“: diese Route ist als schwer einzustufen, teilweise ausgesetzt und mit einzelnen Kletterstellen versehen.
  3. Route: über den „Nord-Ostgrat“: diese Route ist am schwersten. Sicheres Steigen und Klettern im „Schrofengelände“ sind unerlässlich und der 2. UIAA – Schwierigkeitsgrad sollte unbedingt beherrscht werden. By the way: Andreas, der alte Bergfuchs, hat diese Route vor Jahren gemeistert, würde sich das aber heute nicht mehr trauen. Tja, mit dem Alter wird man halt auch ein bisschen vorsichtiger 😉

Die erste Route gingen wir bereits vor zwei Jahren, als wir am Mittagskogel den Sonnenaufgang erleben durften und die dritte fiel aus genannten Gründen flach. Daher entschieden wir uns rasch für den Aufstieg über die ehemalige „Annahütte“, weiter über den „Westgrat“ auf den Gipfel des Mittagskogels. Vom Ausgangspunkt folgt man immer der Beschilderung zur ehemaligen Annahütte bzw. Weg Nr. 682.

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Bergfuchs Andreas am Weg zur „Annahütte“

Dieser Weg führt überwiegend durch den Wald und ist stellenweise ein richtiger „Wadlbeißer“. Belohnt wurden wir aber mit dem Rauschen der „Kropiunabaches“ und später mit der wunderschönen Aussicht auf den Faaker See.

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Der „Kropiunabach“ beim Aufstieg zur „Annahütte“

Obwohl die ehemalige „Annahütte“ nicht bewirtschaftet ist, eignet sich der Platz hervorragend für die erste Pause. Auf 1.600 Metern auf der „Jepca-Alm“, stehen noch die Grundmauern der alten „Annahütte“, die einst niedergebrannt wurden. Man befindet sich hier direkt an der Grenze zu Slowenien und hat beim Jausnen einen atemberaubenden Blick auf zwei Länder.

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Rastplatz bei der „Annahütte“ mit Blick auf den Faaker See

Für uns ging´s dann weiter, hin zu den ersten leichteren Kletterpassagen. Schon bald konnten wir den Mittagskogel sehen, obwohl noch rund 1,5 Stunden Gehzeit vor uns lagen.

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Der Gipfel ist schon zum Greife nah – der Weg jedoch noch weit

Bevor wir zum Einstieg des Mittagskogels kamen, mussten wir noch einen sehr schmalen, rechts und links überschüssigen Überstieg machen, der gleich in eine kleine Felskletterei mit Seilsicherung übergeht. Wir waren sehr froh, diese Stelle gemeistert zu haben, denn wir haben immer absoluten Respekt vor Höhe im allgemeinen und solchen ausgesetzten Stellen. Weiter geht´s auf lockeren Schotter steil bergauf. Hier beginnen auch die Wegmarkierungen schlechter zu werden. Man muss daher sehr aufmerksam sein, um die Route nicht zu versäumen.

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Der Kreis als Symbol für den Wegverlauf

Am Gipfel wird man dann mit einer herrlichen Aussicht auf Kärnten, den Faaker See und die Julischen Alpen belohnt.

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Blick auf die Julischen Alpen
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Gipfelfoto mit 2x Andreas, Steffi und Marie-Theres
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Herrlicher Ausblick auf Kärnten

Tipp: oft wird als Abstieg die gleiche Route empfohlen. Wir sehen das aber anders und empfehlen euch den Abstieg über den Normalweg (siehe Route 1), da dieser weitaus angenehmer zum Gehen, wenn auch etwas länger, ist. Wir verlassen das Gipfelkreuz also Richtung Süden abwärts auf einem teils mit Hölzern befestigten Steig. Nach gut zwei Stunden erreichten wir die „Bertahütte“, bei der es für uns erstmal eine kleine Stärkung gab. Mittagskogel_10-min

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Stärkung bei der „Bertahütte“ mit Blick auf den Mittagskogel

Den weitere Abstieg von der „Bertahütte“ kann man dann entweder durchgehend auf einer Forststraße oder teilweise durch den Wald antreten. Nach ungefähr einer Stunde muss man nach links auf den Wanderweg 603 abbiegen, der uns durch eine Bachquerung zur Buschenschenke „Ischnig“ führt. Von dort wären es nochmal rund 30 Minuten bis zu unserem Ausgangspunkt der Wanderung. Wir empfehlen euch aber schon zu Beginn ein Auto bei der Buschenschenke „Ischnig“ abzustellen, denn glaubt uns – zu diesem Zeitpunkt wollt ihr keinen Meter mehr gehen 😉 Die Buschenschenke ist auch sehr gut für eine Einkehr geeignet um nochmal vom Tal auf den Mittagskogel zu blicken.

Überblick

  • Aufstieg über „Annahütte“, weiter auf „Westgrat“ bis zum Gipfel des Mittagskogels auf 2.146 m
  • Abstieg über die „Bertahütte“, weiter zur Buschenschenke „Ischnig“
  • Gehzeit: rd. 8,5 Stunden
  • nicht für Kinder oder ungeübte Wanderer/innen geeignet
  • Mitnahme von Stöcken empfohlen
  • Trittsicherheit, Kondition und Schwindelfreiheit notwendig

Fazit

Für uns war es ein wunderschöner Tagesausflug mit lieben Freund/innen, der aber auch sehr anstrengend war. Stichwort Wadlbeißer! 🙂 Aber der wunderbare Ausblick vom Gipfel entschädigt einfach immer alle Mühen.

Menschen, die die Berge lieben, widerspiegeln Sonnenlicht. Die anderen, die im Tal geblieben, verstehen ihre Sprache nicht.

 

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